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Lebenshilfe für jedermann: Mit Resilienz durch die Krise

Resilienz erleichtert den Umgang mit Krisen und so auch mit Corona, tönen die Gurus der Personalentwicklung. Doch was ist das, Resilienz? Und was hat das mit Corona zu tun?

Es ist noch keine vier Monate her, da lag der Fokus der meisten Menschen eher auf der Frage, ob das Wetter am Rosenmontag mitspielt oder es doch noch ausreichend Schnee zum Skilaufen geben könnte. Dann verlagerte sich der Fokus auf das Corona-Virus. Was gestern noch sicher schien, ist plötzlich ungewiss. Trotzdem gelingt es den meisten Menschen mit der alltäglichen Belastung gut fertig zu werden.

Wie machen Sie das?

Dazu ein kleines Gedanken-Experiment: Sie sehen eine Baustelle. Dort muss ein 40 Kilogramm schwerer Sack Zement von A nach B getragen werden. Egal, ob das ein 105 Kilogramm schwerer, durchtrainierter Olympiasieger tut oder eine 55 Kilogramm schwere Ballerina, das Gewicht, die Belastung ist für beide gleich hoch. 40 Kilogramm! Es erschließt sich dem Beobachter aber sofort, dass beide unterschiedlich stark beansprucht werden.

Das Bild überträgt die Psychologie auf seelische Belastungen. Es verdeutlicht, warum objektiv ähnliche seelische Päckchen bei verschiedenen Menschen zu ganz unterschiedlichen Beanspruchungen führen können. Die Menschen unterscheiden sich in ihrer psychischen Elastizität und Widerstandsfähigkeit. Was macht aber genau den Unterschied aus? Wie kann die persönliche Beanspruchung trotz hoher Belastung gering gehalten werden? Auf diese Fragen gibt die Theorie der Resilienz Antworten.

Resilienz kennt drei Haltungen: Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung. Und sie kennt vier Fähigkeitsfelder: Selbstregulation, Verantwortung, Beziehung und Zukunft. Je stärker diese Haltungen und Fähigkeiten ausgeprägt sind, desto leichter gelingt der Schwenk von „Glück haben“ auf „glücklich sein“.

Wichtig ist es, innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und erfolgreich in sich hineinzuhorchen. Was zählt wirklich? Die drei Fähigkeiten und vier Haltungen der Resilienz sind zum Teil angeboren, aber alle trainierbar. Jeder kann besser werden. Ein kleines Selbstcoaching können Sie gleich hier absolvieren. Versuchen Sie die folgenden 10 Regeln genau zu begreifen und ein Verständnis für jede Regel zu entwickeln. Bauen Sie sie in ihre eigenen Glaubenssätze ein.

  • Regel 1: Ich schätze das, was ich habe! Mein Glas ist halb voll! Immer!
  • Regel 2: Ich finde heraus, was ich genau brauche, um Probleme zu lösen! Ich bin dabei selbstkritisch und mache mir nichts vor! Jedenfalls nicht dauerhaft!
  • Regel 3: Ich konzentriere mich auf das, was ich kann! Weniger ist oft mehr!
  • Regel 4: Ich verschaffe mir Überblick und tue das Richtige richtig!
  • Regel 5: Ich kann einen Mann auf den Mond bringen und einen ganzen Büffel verspeisen! Aber nur Schritt für Schritt und Bissen für Bissen!
  • Regel 6: Ich glaube an mich selbst! Ich visualisiere laufend meine Ziele! Assoziiert, im Ablauf,
  • morgens! Dissoziiert, beobachtend, abends!
  • Regel 7: Ich kontrolliere meine Gedanken und Gefühle! Haltung und Selbstkontrolle sind mir auch bei höchstem Stress wichtig! Dazu nutze ich die „4-mal 4 für 4“-Atemtechnik! Vier Minuten konzentriert Atmen. Jeder Atemzug dauert dabei vier Sekunden, jeweils ein und aus.
  • Regel 8: Ich bestimme Ort und Zeit meiner Aktion selbst! Gegebenenfalls nehme ich Fahrt aus dem Schiff! Ich muss nicht auf alles sofort sichtbar reagieren!
  • Regel 9: Ich erfreue mich auch an kleinen Siegen! So stärke ich meine Moral.
  • Regel 10: Ich habe einen Fixpunkt, der mir Heimat und Bestimmung ist! Das stärkt meine Motivation.

Autorin: Karen Klose, Psychologin im Staatsbad Pyrmont

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