STAATSBAD PYRMONT
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Aktuelles Detail

Ewilpa® ist eröffnet: Ein Park gefüllt mit essbaren Wildpflanzen

An 14 Stationen gibt es viel Wissenswertes und Essbares

Es ist vollbracht: der essbare Wildpflanzenpark (kurz Ewilpa®) in Bad Pyrmont ist eröffnet. Aufgrund von Corona wurde er erst einmal in einem kleinen Rahmen seiner Bestimmung übergeben, damit er jetzt für alle Bürger zur Verfügung steht. „Es ist ein bedeutendes Projekt für uns alle“, betonte Pyrmonts Kurdirektor Maik Fischer. Und Park-Initiator Dr. Markus Strauß (auch Initiator der Stiftung Ewilpa®) betonte, dass die Nutzer nun aus „dem Füllhorn der Natur schöpfen“ können und lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Staatsbad und allen Unterstützern.

Der essbare Wildpflanzenpark in Bad Pyrmont ist erst der zweite in Deutschland. Doch weitere sollen folgen. Getreu dem Motto „Gesund mit der Vielfalt der Natur“ plante 2019 das Staatsbad zusammen mit der Stiftung Ewilpa® und deren Initiator Dr. Markus Strauß einen essbaren Wildpflanzenpark für Bad Pyrmont. Geplant war für Anfang Juni 2020 eine gebührende Einweihungsfeier, doch die derzeitige Situation verhinderte eine größere feierliche Eröffnung. Kurdirektor Maik Fischer: „Auf Grund der aktuellen Situation konnten wir den Ewilpa® nicht wie geplant in größerem Rahmen einweihen. Doch 2021 planen wir zum einjährigen Bestehen eine große Feier mit dem ursprünglich geplanten Programm, zu der wir jetzt schon recht herzlich einladen möchten.“

In den vergangenen Monaten wurden vom Team der Staatsbad Gärtnerei 300 essbare Bäume und Sträucher gepflanzt sowie unzählige Wildstauden und Kräuter gesät. Ein ca. drei Kilometer langer öffentlicher Themenweg führt die Besucher zu insgesamt 13 verschiedenen Stationen im Park. Station 14 ist im eintrittspflichtigen Kurpark angesiedelt. Die Besucher können eine große Vielfalt an essbaren Wildpflanzen kennenlernen, die mit dem Gang der Jahreszeiten natürlicherweise ihr Aussehen verändern. Bei den wilden Sammelmöglichkeiten herrscht somit ein ständiges Werden und Vergehen. Es lohnt sich also, den Ewilpa® nicht nur einmal, sondern mehrmals und auch zu verschiedenen Jahreszeiten zu besuchen. 18 vollständig neu entwickelte Schautafeln an den 13 Stationen helfen den Interessierten die charakteristischen essbaren Wildpflanzen der jeweiligen Bereiche kennen zu lernen.

Der Pyrmonter Ewilpa® ist überwiegend in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Bergkurparks angelegt, aber auch Elemente des inneren Kurparks werden berücksichtigt. Michael Mäkler, der Leiter des Kurparks erklärt dazu: „Ewilpa untermauert die langfristige Strategie des Niedersächsischen-Staatsbades Pyrmont und reiht sich in die Auszeichnung „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ für ´Naturnahes Parkpflegemanagement‘ von 2019 ein. Darüber hinaus werden die Ideale des Naturschutzes zur Förderung der heimischen Fauna und Flora sowie dem Allmende-Gedanken der Stiftung Ewilpa® verbunden.“ Der Ewilpa® Bad Pyrmont ist ein Gemeinschaftsprojekt für Bad Pyrmont. „So konnten wir schon viele lokale Initiativen für das Projekt begeistern“, freut sich Ute Mühlbauer, Initiatorin und Ideengeberin für das Projekt in Bad Pyrmont. „Diesen möchten wir schon jetzt einmal herzlich für ihren Einsatz, ihr Engagement und Unterstützung danken. Ein so großes Projekt, braucht viele Hände und kreative Köpfe.“ Sylke Bukowski, stellvertretende Leiterin des Kurparks ergänzt: „Unsere Führungen durch den Ewilpa® sollen für unsere Gäste geprägt sein von hohem Wissenstransfer und einem einmaligen Erlebnis. Wildkräuter sind etwas in Vergessenheit geratenes, welche durch das gestiegene Bewusstsein für eine gesunde, abwechslungsreiche und natürliche Ernährung eine Art Revival erleben“.

Was sind Essbare Wildpflanzenparks?

Essbare Wildpflanzenparks sind artenreiche Landschaften, die sich in ihrer Gestaltung an die natürlichen Bedingungen des jeweiligen Standortes anpassen. Die Parks sind je nach den örtlichen Gegebenheiten möglichst vielfältig angelegt: Baumhaine und Hecken, Wiesen, Beeren- und Kräutergärten, Streuobstwiesen, Brachflächen und Feuchtgebiete ergeben im harmonischen Zusammenspiel sowohl ein artenreiches Biotop als auch eine idyllische Erholungslandschaft. Da sich die Gestaltung und Artenauswahl an den natürlichen Gegebenheiten orientiert, ist der Pflegeaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Parks oder landwirtschaftlichen Nutzflächen gering. Essbare Wildpflanzenparks bieten kostenfreie Sammelgelegenheiten für krautig wachsende Wildpflanzen, Wildgemüse, essbare Blüten und Blätter, Obst, Wildobst und Beeren, Nüsse, Waldbaumfrüchte und Pilze.

In Anlehnung an den mittelalterlichen „Allmende-Gedanken“ soll der Zugang für jedermann frei und unentgeltlich möglich sein. Damit dienen sie nicht nur der Versorgung mit ehrlichen und hochwertigen Lebensmitteln, sondern auch dem sozialen Ausgleich. Sie sind zudem ökologisch wertvoller Lebensraum für viele einheimische Pflanzen- und Tierarten.

Warum wild?

Essbare Wildpflanzen bieten das ganze Jahr über eine gesunde und schmackhafte Bereicherung des Speiseplans. Als Wildpflanzen gedeihen sie ohne menschliches Zutun - sie werden uns von der Natur geschenkt:

• ohne Züchtung
• ohne Gentechnik
• ohne Dünger
• ohne Agrarchemie
• ohne lange Transportwege
• weder Verpackung noch Müll
• garantiert frisch
• Nutzung regionaler und saisonaler Ressourcen.

Im Vergleich mit Kultursorten enthalten Wildpflanzen ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Zudem halten sie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe und Antioxidantien für uns bereit. Wildes Gemüse, Kräuter, Blüten, Salate, Beeren, Früchte und Nüsse sind eine kulinarische Bereicherung und die ideale Grundlage für ein gesundes Leben.

zum Ewilpa® Rundgang

Auszeichnungen und Zertifizierungen