Wasser, Kur und Wellness
- An den Heilquellen -
Was hat es mit dem vielgepriesenen Heilwasser auf sich? Das möchte unser Reporter Matthias Veit am dritten Tag unserer Reportagewoche in Erfahrung bringen – in Bad Pyrmont, einem Ort, in dem gleich mehrere Quellen mit sehr unterschiedlichem Heilwasser sprudeln.

Mindestens eine davon war schon zur Zeit der Römer bekannt. In der Nähe der Brodelquelle wurden antike Münzen, Gewandnadeln und eine römische Schöpfkelle gefunden. Das Pyrmonter Heilwasser eignet sich zur innerlichen und äußerlichen Anwendung.

Schon vor acht Uhr trifft unser Reporter eine Gruppe von Kurgästen bei einem speziellen Training in einem Schwimmbecken an. Das Wasser hat einen hohen Salzgehalt, es stammt etwa zu 50 Prozent aus der örtlichen Solequelle. Das verleiht jedem Badegast einen besonders starken Auftrieb und damit ein Gefühl von Leichtigkeit. Doch zum Ausruhen hat hier keiner Zeit. Aquafitness - so lautet die neudeutsche Bezeichnung für die Übungen von Physiotherapeut Sven Hoffmann. Ziel sei es vor allem, den Oberkörper zu stärken und die Koordination zu verbessern, erklärt er.

Viele der Teilnehmer sind ausgesprochen jung. Manche leiden an chronischen Erkrankungen wie Osteoporose, bei denen zum Beispiel eine Kräftigung der Rückenmuskulatur in Kombination mit anderen Therapien die Lebensqualität deutlich verbessern kann.
Doch neben Heilung und Linderung spielt bei vielen Badegästen inzwischen auch Wellness eine wichtige Rolle, und zwar Medical Wellness, wie Werner Streicher, der stellvertretende Kurdirektor, betont. Dabei spiele der Erholungsfaktor eine Rolle, aber eben auf der Basis fundierter medizinischer Untersuchungen. Das Heilwasser sei dabei ein wesentlicher Faktor. Beim Baden werde es über die Haut vom Organismus aufgenommen und trage damit erheblich zur Entspannung bei.

Das Wasser anderer Quellen in Bad Pyrmont eignet sich auch zu Trinkkuren, für die Verdauung, für die Gelenke, die Durchblutung – je nachdem, aus welcher der hiesigen Quellen man trinkt, erklärt Werner Lange. Wie nur wenige andere kennt er sich mit den Eigenschaften der Pyrmonter Quellen aus.

Was aus ihnen heraussprudelt, ist nicht immer wohlschmeckend und wegen der rötlich-braunen Färbung sieht es auch für manchen eher unappetitlich aus. Denn anders als bei Mineralwasser verzichtet man hier darauf, den Eisengehalt des Wassers zu reduzieren. Heilwasser sei eben Medizin und kein normales Getränk, erläutert Werner Lange. Ein Mixgetränk aus mehreren Quellen, wie es unser Reporter vorschlägt, kommt für ihn nicht in Frage.

Auch Wolfgang Schneider schwört auf die Heilwirkung des Wassers. 1994 kam er zum ersten Mal nach Bad Pyrmont. 2002 ist er mit seiner Frau hierher gezogen – wegen des Wassers. Seine Knochen würden dadurch beweglicher, das könne er förmlich spüren. Dazu brauche man aber Geduld. Man müsse das Wasser schlückchenweise trinken, da brauche man schon eine halbe Stunde für ein Glas."


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