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Die Dunsthöhle liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs,
in dem Buntsandstein gebrochen wurde. Kamen die Steinbrucharbeiter in
eine bestimmte Tiefe, bemerkten Sie einen "Dunst", von dem sie
ohnmächtig wurden. In der Grube fand man immer wieder tote Vögel
und anderes Getier. Als der Pyrmonter Brunnenarzt Dr. Johann Philipp Seip
1712 nach Pyrmont kam ging er diesen Erscheinungen nach. Er kam zu dem
Ergebnis, dass es sich um Schwefeldunst handele (Kohlendioxid war noch
nicht bekannt). Seip hatte in Selbstversuchen durch "wiederholtes
Schwitzen und Einziehung des Schwefeldunstes in der Grube" festgestellt,
"dass von giftigem Wesen nicht das allergeringste darinnen."
Mit Genehmigung des Fürsten Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck und
Pyrmont ließ er dort für Kurgäste ein "trockenes
Schweißbad" einrichten.
Schon damals berichteten die Leute aller Schichten "von guter Besserung
und Hülfe gegen Geschwulst der Füße, Gichtschmerzen, Steifigkeit
der Glieder" und Linderung anderer Leiden.
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Hier in der Dunsthöhle tritt das CO2-Gas trocken aus. Das Gas dringt
durch die Risse und Gesteinsklüfte der Quellspalte an die Oberfläche.
Das merkwürdige Verhalten des CO2-Gases hat seit Seip bis heute die
Besucher immer wieder beeindruckt. Es ist eineinhalb mal schwerer als
Luft, bleibt daher in der Grube liegen und reagierte hauptsächlich
auf die Lufttemperatur und den Luftdruck.
Im CO2-Gas bekommt man ein Wärmegefühl. Dabei ist die Temperatur
des Gases in der Dunsthöhle im Sommer bei hohen Lufttemperaturen
deutlich kühler (Beispiel: +31°C Luft, aber +16°C CO2). Im
Winter ist es dagegen umgekehrt (-1,2°C Luft, +2,1°C CO2). Das
Wärmegefühl, welches das Gas verursacht - auch wenn es im Sommer
kälter ist als die Luft - ist auf die durchblutungsfördernde
Wirkung des CO2-Gases zurück zuführen.
Seit mehr als 200 Jahren werden in der Höhle Experimente mit brennenden
Kerzen, Seifenblasen durchgeführt.
Dass es sich aber nicht nur für Vorführungen eignet, sondern
ein Heilgas ist, haben viel Kurgäste am eigenen Leibe erleben können.
Das Staatsbad Pyrmont bietet sie für folgende Indikationen an: Störungen
der peripheren Durchblutung, Hypertonie und Coronarinsuffizienz, allergische
Erkrankungen (Asthma, Ekzem); schlecht heilende Wunden kommen zur Abheilung.
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